Judas

Spieleranzahl

So gehts

So geht's

I

Alle Spieler sehen nacheinander ihr Wort - außer dem Judas. Er weiß nicht, worum es geht.

II

Redet: Beschreibt das Wort, ohne es zu nennen. Der Judas muss sich durchmogeln.

III

Wer ist der Judas? Diskutiert und stimmt ab - dann auf "Judas zeigen".

Eine kleine Einordnung

Wer wirft den ersten Stein?

Wir machen Judas runter - zu Recht? Er hat Jesus für 30 Silberlinge verraten. Aber wenn man ehrlich ist, war Petrus in derselben Nacht auch nicht viel standhafter. Er hat Jesus drei Mal verleugnet (kostenlos).

Der eigentliche Unterschied war am Ende wohl gar nicht die Schwere der Schuld, sondern die Reaktion danach. Petrus ist auf die Knie gefallen, Judas ist an seiner Verzweiflung zerbrochen. Das ist die eigentliche Tragödie: Nicht nur der Verrat selbst, sondern das Gefühl, dass es keinen Weg zurück mehr gibt.

Und wir kennen das ja auch, meistens nur viel leiser. Wenn wir schweigen, obwohl wir eigentlich den Mund aufmachen müssten. Wenn wir Gott im Alltag eher "mitschleifen" als wirklich Platz zu machen. Oft sind es diese kleinen Kompromisse, die wir uns selbst gar nicht so richtig eingestehen wollen.

„Jeder von uns ist von Zeit zu Zeit ein Iskariot in seinem sündigen kleinen Leben - der eine mehr, der andere weniger. Aber irgendwann hat jeder Jesus verraten."

- Kath. Priester, stfrancisandmary.org
Darf man für Judas beten?

In der katholischen Kirche gibt es keine "Höllenliste". Die Kirche kanonisiert Heilige, aber sie verdammt niemanden offiziell. Das heisst: Auch das ewige Schicksal des Judas liegt allein bei Gott.

Der heilige Silouan vom Athos lehrte, man solle noch heute für Judas beten. Alte Messbücher vor der Tridentinischen Reform des hl. Pius V. enthielten sogar ein eigenes Messformular für Seelen, „deren Heil zweifelhaft ist".

CatholicPhilly nennt diese Haltung eine „admirable compassion" - eine bewundernswerte Barmherzigkeit. Und fügt hinzu: Gebete sind nie verschwendet. Was nicht für Judas verwendet werden kann, findet jemand anderen, der dankbar ist.

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